Generativität und Geschlecht in schrumpfenden Wohlfahrtsgesellschaften – eine international vergleichende Institutionenanalyse

Der aktuelle politische, mediale und sozialwissenschaftliche Diskurs über Ursachen und Konsequenzen des demographischen Wandels in der Europäischen Union und in anderen westlichen Industrienationen wird bisher nicht nur relativ affirmativ, sondern auch weitgehend ohne Berücksichtigung der Genderperspektive geführt. Zum Zusammenhang zwischen dem demographischen Wandel und dem Wandel in den Geschlechterverhältnissen liegen bisher kaum Beiträge aus kritisch-reflexiver soziologischer Perspektive oder aus Sicht der sozialwissenschaftlichen Frauen- und Geschlechterforschung vor.

Einen Kristallisationspunkt der Diskussionen über den demographischen Wandel bildet der Geburtenrückgang. Er lässt die Wohlfahrtsgesellschaften sukzessiv und nachhaltig schrumpfen, mit national unterschiedlicher Intensität und Geschwindigkeit. Neben der Zuwanderungsfrage und der Frage der Alterung stehen damit die Kinderfrage und mit ihr die Fragen der Zukunft der Familie und der Gestaltung des Geschlechter- und Generationenverhältnisses im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Im Fokus der Untersuchung stand das für die Frage von Generativität und Geschlecht bedeutsame Wohlfahrtsdreieck von Staat, Arbeitsmarkt und Familie. Die wohlfahrtsstaatlichen Institutionen werden dabei als Vermittlung zwischen der Makroebene gesellschaftlicher Strukturen und Phänomene – insbesondere Geschlechterverhältnisse und Geburtenrückgang – und der Mikroebene der generativ handelnden (jungen) Frauen und Männer einschließlich der sozialen Konstruktionen von Geschlecht angesehen. Theoretisch stützt sich das Vorhaben auf die Strukturierungstheorie von Anthony Giddens.

Förderung

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur (Maria-Goeppert-Mayer-Programm für internationale Frauen- und Genderforschung) und Eigenmittel

Laufzeit

2008-2010

Ergebnisse

Buchpublikation der Ergebnisse in Vorbereitung